Eisenbahn-Ausbesserungswerk Friedrichshafen

Das Eisenbahn-Ausbesserungswerk Friedrichshafen

Joachim Frick |

Einst größter Arbeitgeber in Friedrichshafen

Am letzten Geschichtsabend führte uns Jürgen Bleibler, inzwischen pensionierter Leiter der Zeppelinabteilung des Zeppelinmuseums, in die spannende Eisenbahn- und Stadtgeschichte Friedrichshafens ein. Er berichtete über das ehemalige Eisenbahnausbesserungswerk auf dem Bahnhofgelände, das im November 1848 in Betrieb genommenen wurde, nachdem die Südbahn der Württembergischen Staatseisenbahn von Heilbronn-Stuttgart-Ulm bis Friedrichshafen fertiggestellt wurde.

Bis zur Gründung der Reichsbahn 1920 kamen nur württembergische Schienenfahrzeuge zur Ausbesserung nach Friedrichshafen. Das bekannteste hier gewartete Fahrzeug war der Schnelltriebwagen SVT 877 "Fliegender Hamburger" mit Maybach-Dieselmotoren, danach kamen Lokomotiven, Waggons und alle motorisierten Triebwagen Deutschlands zu Inspektionen hierher.

Herr Bleibler zeigte verschiedene Dampf- und Benzintriebwagen in Bildern, auch seltene Ansichten der Gebäude im großen Bahnhof-Betriebsgelände. Im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört, wurde der Betrieb ab 1945 zur zentralen Werkstätte der französischen Besatzungszone mit einem Zweigwerk im Gelände des Luftschiffbaus Zeppelin und zeitweise über 1000 Mitarbeitern.

In den Nachkriegsjahren ging die Auslastung des Werks rasch zurück, so dass es 1960 dem Werk Cannstatt angegliedert und 1974 endgültig geschlossen wurde.

Der Geschichtsverein und die Kolpingfamilie bedankte sich herzlich bei Jürgen Bleibler für den interessanten Abend und Martin Kohler überreichte ihm zahlreiche historische Bilder und Exponate als Präsent.